Zwischen Schnee und Sommerwiese – wenn der Hochschwarzwald sich noch nicht für eine Jahreszeit entscheiden kann

Im Hochschwarzwald gibt es eigentlich keinen Frühling.

Das sagen bei uns die Einheimischen. Zwischen Schnee und Sommer liegt eine kurze, eigensinnige Zwischenzeit: Erst liegt monatelang Schnee, dann wird plötzlich alles leicht graubraun, die Wiesen sind noch gelb von der Zeit unter dem Schnee, der Himmel hängt manchmal tief – und kaum hat man die Winterjacke weggeräumt, regnet es ein paar Tage, und es ist Sommer. Wer den Hochschwarzwald in dieser Phase erlebt, entdeckt eine stille, sehr echte Seite der Region.

Trotzdem – oder gerade deshalb – steckt in dieser unentschlossenen Übergangszeit ein besonderer Zauber. Zwischen Winter und Sommer im Hochschwarzwald wirkt es, als würde der Schwarzwald kurz durchatmen, bevor das geschäftige Treiben der Urlaubssaison beginnt. Wer jetzt rund um Todtnau unterwegs ist, erlebt die Gegend hier so ruhig, manche würden sagen ehrlich und ursprünglich, wie sie nur selten zu sehen ist.


© Andreas Braunsberger

Schneereste und Mountainbikes im Hochschwarzwald

Während sich oben auf dem Feldberg noch die letzten Schneefelder halten, hört man im Tal von Todtnau schon wieder das Surren der Mountainbikes auf den Trails. In dieser besonderen Zwischenphase verschwimmen die Jahreszeiten – an einem Tag sind auf den Höhen noch Wintersportler unterwegs, während unten im Tal schon gegrillt, gewandert oder mit dem E-Bike gefahren wird.

Genau diese Mischung macht die Zeit zwischen Winter und Sommer im Hochschwarzwald so spannend für alle, die Kontraste lieben und die flexibel sind: mit wetterfester Kleidung und den sehr unterschiedlichen Temperaturen.

Wenn Graubraun plötzlich schön ist

Diese Wochen haben wenig mit frischem Grün oder üppiger Blütenpracht zu tun. Bescheiden blühen die Sumpfdotter Blumen am Bach, die Himmelschlüsselchen und Anemonen auf den Wiesen, die Pestwurz in großen Teppichen. Umso mehr strahlen sie in den gedeckten Farben, die sie umgeben: Moosgrün, Nebelgrau, erdiges Braun. Bei Spaziergängen rund um Todtnau und Muggenbrunn riecht es nach feuchter Erde, nassem Holz und klarer Luft. Wer jetzt unterwegs ist, erlebt den Wald ungeschönt – ohne Postkartenmotive, aber mit viel Atmosphäre. Abends kehrt man in einen Gasthof ein, wo der Kamin vielleicht noch knistert, die Suppe dampft und man mit den Leuten ins Gespräch kommt, die hier das ganze Jahr leben.

Frühlingsboten auf den Wiesen und an kleinen Bächen

Die weiße Pestwurz ist ein sehr früher Frühlingsbote, der oft schon zwischen Februar und April, teilweise noch vor dem letzten Schnee, ihre Blütenstände an feuchten Standorten wie Bachläufen zeigt. 


Die markanten, rötlichen oder weißen Blüten erscheinen lange vor den riesigen Blättern. Angeblich sollen die Blüten als Tee Allergien vorbeugen.

Kulinarischer Übergang zwischen Winter und Sommer

Auch die Schwarzwälder Küche spiegelt diesen Wechsel der Jahreszeit wider: Noch stehen deftige Eintöpfe, Braten und reichhaltige Klassiker auf den Speisekarten, doch hier und da tauchen bereits die ersten Kräutergerichte, Bärlauchbutter oder Spargelvariationen auf.

Wer in Todtnau oder Todtnauberg einkehrt, erlebt genau diesen kulinarischen Übergang – zwischen Winterwohlfühlküche und den ersten leichten Vorboten des Sommers im Hochschwarzwald.

Kleine Fluchten vor dem Sommeransturm

Die Zeit zwischen Winter und Sommer im Hochschwarzwald ist auch die Phase, in der viele Einheimische ihre Lieblingsplätze genießen, bevor der Sommerbetrieb startet. Ein Spaziergang zu den Todtnauer Wasserfällen, eine gemütliche Fahrt mit dem E-Bike durchs Wiesental oder einfach eine Stunde auf einer Bank mit Blick auf Feldberg oder Belchen – das sind kleine Fluchten aus dem Alltag, ganz ohne Trubel.

Der Schauinsland, der König der traumhaften Sonnenuntergänge bietet Platz für schöne Abendspaziergänge und in den Wäldern um Muggenbrunn herum kannst du deine innere Ruhe wieder herstellen. Wer jetzt herkommt, erlebt den Hochschwarzwald in seiner ehrlichsten Form: manchmal auch grau, ja, aber manchmal auch im strahlenden Sonnenschein, auf jeden Fall ganz besonders.

Aktuelle Tipps rund um Todtnau

Wenn du gerade zwischen Winter und Sommer im Hochschwarzwald unterwegs bist, lohnen sich diese regionalen Highlights – perfekt für die Übergangszeit:

Blackforestline Hängebrücke: Die spektakuläre Aussicht über den Wasserfall ist auch bei grauem Wetter beeindruckend.

Hasenhorn Coaster & Bikepark: Saisonstart mit ersten Abfahrten – ideal, wenn oben noch Schnee liegt, unten aber schon Sommerstimmung aufkommt.​

Todtnauer Wasserfall-Rundweg: Kurze, leichte Wanderung mit Schmelzwasser-Power – jetzt am eindrucksvollsten.​

Hochschwarzwald Card: Kostenlose Nutzung von Seilbahnen, E-Bikes und Eintritten – super für spontane Ausflüge in der Region.

Lokale Events: Schau in den Todtnau-Veranstaltungskalender für Märkte, Mundartabende oder kleine Feste in den Ortsteilen.
 https://stadt.todtnau.de/jubilaeum-2025/termine.html​



Von unserer Ferienwohnung aus bist du perfekt platziert für deine ganz persönlichen Schwarzwald-Abenteuer – ob beim Wandern, Radfahren oder beim stillen Spaziergang durch unsere Wälder. Wenn du möchtest, gebe ich dir gerne Tipps für deine Ausflüge, die zu dir und deiner zweibeinigen oder vierbeinigen Begleitung passen.

Deine Gastgeber Claudia & Andi

Über die Autorin

Claudia Braunsberger ist gebürtige Schwarzwälderin, im Familienbetrieb eines Hotels groß geworden und seit über 25 Jahren als freie Journalistin tätig. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie das Ferienhaus Fidelis-Bühl und freut sich vor allem über die Gäste, die schon seit Jahren in einer der gemütlich eingerichteten Ferienwohnungen Urlaub machen.

Auf ihrem Blog teilt sie ihre Begeisterung für Natur, regionale Kultur und nachhaltigen Tourismus. Claudia kennt alle spannenden Termine rund um Muggenbrunn im Hochschwarzwald, Events, die man nicht verpassen darf, und verrät ihre besten Insider-Tipps für Schwarzwald-Feriengäste.

Aktuell arbeitet sie auch für die Badische Zeitung, wo sie über Natur, Kultur und Schwarzwälder Brauchtum schreibt.